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    10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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    20.03.2007 – Weltweite Lesung im Gedenken an Anna Politkovskaja

    Ein Aufruf zur weltweiten Lesung der Berichterstattung von Anna Politkowskaja. Die Journalistin und Putin-Kritikerin wurde am 7. Oktober
    2006 in Moskau ermordet.
    Die Peter-Weiss-Stiftung für Kunst und Politik mit Sitz in Berlin ruft zum zweiten Mal Kulturinstitutionen, Theater und interessierte Personen zu einer weltweiten Lesung am 20. März auf. Ziel der damit verbundenen Veranstaltungen und Aktionen soll sein, das Bewusstsein über Inhalte und Formen politischer Kommunikation zu erhellen. Weil auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Lüge zum Instrumentarium bestimmter politischer Formationen gehört, muss deutlich gemacht werden, dass die Kräfte nicht erlahmen, die sich gegen sie verwahren.

    Die weltweite Lesung in memoriam Anna Politkovskaja am 20. März fand an 80 Veranstaltungsorten in 21 Ländern aller Kontinente statt. 15 Radiosender beteiligten sich mit der Ausstrahlung von Lesungen, Interviews und Berichten. Elfriede Jelineks Lesung von Politkovskajas Text "Machkety. Ein Konzentrationslager mit kommerziellem Einschlag" wurde von Deutschlandradio gesendet. Über Radio Free Europe/Radio Liberty erreichte die Aktion rund eine Million Zuhörer in Russland, Georgien und Osteuropa. Weitere Radiostationen sendeten in Australien, Deutschland, Österreich, der Schweiz, Kolumbien, Polen, den USA und Luxemburg.

    An die meist ausverkauften Lesungen schlossen sich oft Diskussionen über Menschenrechte und Pressefreiheit an. Manche Veranstalter erinnerten ebenfalls an den im Januar 2007 ermordeten Journalisten Hrant Dink. Die letzte Lesung des Tages fand im australischen La Mama Courthouse Theatre in Melbourne statt – nach mitteleuropäischer Zeit bereits am nächsten Morgen. Die Peter-Weiss-Stiftung, die anlässlich des Jahrestags der politischen Lüge zur weltweiten Lesung aufgerufen hatte, geht davon aus, dass rund 8.000 Besucher weltweit die Veranstaltungen besuchten.

    Die Aktionen wurden u.a. unterstützt von dem Goethe Institut, dem internationalen literaturfestival berlin, Reporter ohne Grenzen, dem PEN Writers in Prison Committee, mehreren Ländersektionen des PEN, der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Verband Deutscher Schriftsteller (siehe Teilnehmerliste).