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    10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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    09.09.2007 - Weltweite Lesung für Demokratie und Pressefreiheit in Simbabwe

    Die Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Simbabwe reichen zurück bis in die frühen achtziger Jahre, in denen Robert Mugabe die Operation "Gukurahundi" durchgeführt hatte, die blutige Ermordung von über 20.000 Menschen des Ndebele-Volkes. Seit dem Jahr 2000 verantwortet er die brutal durchgesetzte, entschädigungslose Enteignung weißer Farmer, die u.a. zu hohem Getreidemangel und daraus resultierenden Hungersnöten führte. In der Operation "Murambatsvina" (Müllentsorgung) reagierte Mugabe im Jahr 2005 auf Oppositionsdemonstrationen und ließ etliche Slums niederwalzen. Hunderte Oppositionelle und Regimekritiker wurden festgenommen, entführt und gefoltert.

    Seit Februar 2007 gilt absolutes Demonstrationsverbot im Lande. Die Pressefreiheit ist eingeschränkt, ausländische Medien werden diskriminiert. Mugabe beeinflusste Wahlen durch Gewalt und absolute Kontrolle dergestalt, dass jeder Angst haben muss, der die Opposition wählt. Mitte März 2007 wurde Simbabwes wichtigster Oppositionsführer, Morgan Tsvangirai, im Verlaufe einer Protestkundgebung verhaftet und anschließend im Gefängnis schwer misshandelt.

    Bis vor einem Jahrzehnt gehörte Simbabwe noch zu den reichsten Ländern Afrikas und besaß mit einer Alphabetisierungsrate von etwa 85% den höchsten Bildungsstandard des Kontinents. In den letzten Jahren hat Mugabe sein Land in den wirtschaftlichen Niedergang und sein Volk in bittere Armut geführt. Die offizielle Inflationsrate liegt bei 3700%, die höchste Rate weltweit, die Arbeitslosigkeit bei ca. 80%. Mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 34 Jahren bei Frauen und 37 Jahren bei Männern ist Simbabwe zu einem der Länder mit der geringsten Lebenserwartung geworden.

    Mit der Lesung möchte das internationale literaturfestival berlin (ilb) zur Aufklärung über die Wirklichkeit in diesem postkolonialen Land beitragen. Die Wahrheit wurde lange genug verschwiegen - leider auch von Vertretern der politischen Klasse Südafrikas, die eine besondere Verantwortung diesbezüglich hat. Wir bitten Sie um Unterstützung für diese Aktion und rufen Radiostationen, Schulen, Universitäten, Theater und andere kulturelle Institutionen in Afrika und weltweit zur Lesung von Gedichten Chenjerai Hoves, Chirikuré Chirikurés und Dumbudzo Marecharas sowie des Vorwortes von Elinor Sisulu auf, das sie für das Buch "Gukurahundi in Zimbabwe. A Report on the Disturbances in Matabeleland and the Midlands 1980-1988" (Johannesburg 2007) schrieb. Es richtet sich - auch - gegen das Schweigen aus falschem Solidaritätsgefühl, das eine wichtige Basis der Herrschaft Mugabes ist. Die Rechte für Lesungen der beigefügten Texte und Gedichte in Veranstaltungen und durch Radiosender sind am 9. September 2007 frei.

    Dieser Aufruf wurde unterzeichnet von:

    Hector Abad, Kolumbien; Ali Abdollahi, Iran; Meena Alexander, Indien/USA ; Tariq Ali, Pakistan; Eugenijus Alisanka, Litauen; Maria Teresa Andruetto, Argentinien; Yuri Andrukhovych, Ukraine; Hanan Al-Shaykh, Libanon/Großbritannien; Homero Aridjis, Mexiko; Jorge Luis Arzola, Kuba/Deutschland; John Ashbery, USA; Margaret Atwood, Kanada; Hanan Awwad, Palästina; Ricardo Azevedo, Brasilien; Alessandro Baricco, Italien; Jeanne Benameur, Frankreich; Zofia Beszczynska, Polen; Piedad Bonnett, Kolumbien; Breyten Breytenbach, Südafrika/Frankreich/Senegal; André Brink, Südafrika; Martha Brooks, Kanada; Pam Brown, Australien; Melvin Burgess, Großbritannien; Ian Buruma, Niederlande/USA; José Anibal Campos, Kuba; Raúl Antonio Capote, Kuba; Patricia Cavalli, Italien; Gianni Celati, Italien; Dilip Chitre, Indien; JM Coetzee, Südafrika/Australien; Bora Cosic, Deutschland/Kroatien; Edgardo Cozarinsky, Argentinien; Alonso Cueto, Peru; Bei Dao, USA/China; Mahmoud Darwish, Palästina; Siddhartha Deb, Indien; Don DeLillo, USA ; Xabier P. DoCampo, Spanien; Ariel Dorfman, Chile; Tishani Doshi, Indien; Finuala Dowling, Südafrika; Arkadii Dragomoshchenko, Russland; Dave Eggers, USA; Asli Erdogan, Türkei; Jeffrey Eugenides, USA/Deutschland; J. Glenn Evans, USA; Nuruddin Farah, Somalia/Südafrika; Raymond Federman, USA; Enrique Fierro, Uruguay/USA; Christoph Fleischer, Deutschland; Jonathan Safran Foer, USA; Jon Fosse, Norwegen; Carlos Franz, Chile/Spanien; Greg Gatenby, Kanada; Jochen Gerz, Deutschland/Frankreich; Natasza Goerke, Polen/Deutschland; Nadine Gordimer, Südafrika; Ronnie Govender, Südafrika ; Jorie Graham, USA; Günter Grass, Deutschland; Ha Jin, China; Ulla Hahn, Deutschland; Ulf Peter Hallberg, Schweden/Deutschland; Philip Hammial, Australien; Aziz Hassim, Südafrika ; Milton Hatoum, Brasilien; Paal-Helge Haugen, Norwegen; Hannes Heer, Deutschland; Daniel Hevier, Slowakei; Nick Hornby, Großbritannien; Jaime Huenún, Chile; David Huerta, Mexiko; Jabbar Yassin Hussein, Irak/Frankreich; Nancy Huston, Kanada; Eirik Ingebrigtsen, Norwegen; Drago Jancar, Deutschland; Louis Jensen, Dänemark; Keorapetse Kgositsile, Südafrika; Ulrike Kistner, Deutschland/Südafrika; Ko Un, Korea; Ingrid de Kok, Südafrika; Nicole Krauss, USA; Ekkehart Krippendorff, Deutschland; Antjie Krog, Südafrika; Hari Kunzru, Großbritannien; Goretti Kyomuhendo, Uganda; Simon Levy, USA; Vyvyane Loh, Malaysia/USA; Prof. Arno Lustiger, Deutschland; Chiara Macconi, Italien; Claudio Magris, Italien; Jamal Mahjoub, Großbritannien/Dänemark; Norman Manea, Rumänien/USA; Angeles Mastretta, Mexiko; Federica Matta, Frankreich; Zakes Mda, Südafrika; Abdelwahab Meddeb, Tunesien/Frankreich; Pauline Melville, Großbritannien; Amanda Michalopoulou, Griechenland; Poni Micharvegas, Argentinien; Pankaj Mishra, Indien/USA; Adrian Mitchell, Großbritannien; Paul Muldoon, USA; Verónica Murguia, Mexiko; Alberto Mussa, Brasilien; Azar Nafisi, Iran/USA; Nabil Naoum, Ägypten; Marie N`Diaye, Frankreich; Per Nilsson, Schweden/Dänemark; Cees Nooteboom, Niederlande; Wilfried N'Sondé, Kongo/Deutschland; Elsa Osorio, Argentinien/Spanien; Amos Oz, Israel; Michael Palmer, USA; Thorsten Palzhoff, Deutschland; Hagar Peeters, Niederlande; Hans Pienaar, Südafrika; Henning J. Pieterse, Niederlanden; Antonio José Ponte, Kuba; José Prats, Mexiko; José Manuel Prieto, Kuba; Francine Prose, USA; Tania Quintero, Kuba/Schweiz; Laura Restrepo, Kolumbien; Adrienne Rich, USA; Raúl Rivero, Kuba/Spanien; Santiago Roncagliolo, Peru; Alberto Ruy Sanchez, Mexiko; Rolando Sánchez Mejías, Kuba/Spanien; Faraj Sarkohi, Iran/Deutschland; Joachim Sartorius, Deutschland; K.S. Satchidanandan, Indien; Peter Schneider, Deutschland; Eugene Schoulgin, Norwegen; Hermann Schulz, Deutschland; Thomas Schwarz, Deutschland; Eduardo Sguiglia, Argentinien; Nicholas Shakespeare, Großbritannien; Ishtiyaq Shukri, Südafrika; Nasrin Siege, Iran/Deutschland; Manuel Sosa, Kuba/USA; Peter Stamm, Schweiz; Manil Suri, USA/Indien; Matthew Sweeney, Irland/Großbritannien; Tajima Shinji, Japan; Veronique Tadjo, Frankreich/Großbritannien; Nathaniel Tarn, Großbritannien/USA; Paulo Teixeira, Portugal; Ivan Thays, Peru; Annika Thor, Schweden; Peter Torberg, Deutschland; Jutta Treiber, Österreich; Tenzin Tsundue, Tibet/ Indien; John Updike, USA; Jane Uruquhart, Kanada; Chiara Valerio, Italien; Carolyn van Langenberg, Großbritannien/Australien; Mario Vargas Llosa, Peru; Haris Vlavianos, Griechenland; Ornela Vorpsi, Albanien; Abdourahman Waberi, Dschibuti/Frankreich; Cécile Wajsbrot, Frankreich/Deutschland; Eliot Weinberger, USA; Renate Welsh-Rabady, Österreich; Cao Wenxuan, China; Herbert Wiesner, Deutschland; Gernot Wolfram, Deutschland; Yang Lian, China/Großbritannien; Péter Zilahy, Hungary.